Wenn aus Kritik Anfeindung wird
Wenige Tage vor dem WM-Auftakt gibt Julian Nagelsmann einen ungewöhnlich persönlichen Einblick. In der ARD-Dokumentation „WM-Wahnsinn und Titelträume“ berichtet der Bundestrainer, dass ihn nach der Bekanntgabe seines 26-köpfigen Aufgebots rund 20 beleidigende Mails erreichten. In einer davon habe man ihm sinngemäß „baldige Heilung“ gewünscht, weil er „geisteskrank“ sei. Mit sachlicher Kritik, stellt der 38-Jährige klar, habe das nichts mehr zu tun.
Selbst gelieferte Streitpunkte
Reibungsfläche bot Nagelsmann zuletzt durchaus. Vor allem seine deutlichen öffentlichen Worte zu Stürmer Deniz Undav sorgten für Widerspruch – später ruderte der Bundestrainer hörbar zurück. Auch das lange Hin und Her um die Nummer eins im Tor kostete Glaubwürdigkeit. Und beim DFB selbst lief die Kommunikation unrund: Statt einer geordneten Verkündung sickerten die Kadernamen scheibchenweise durch, ehe das Aufgebot offiziell feststand.
Jetzt zählt nur der Platz
Für Nagelsmann gilt es nun, die Nebengeräusche auszublenden. Am 14. Juni eröffnet die DFB-Elf das Turnier gegen Curaçao – spätestens dann rückt das Sportliche in den Mittelpunkt. Die Hassmails nehme er zur Kenntnis, so der Bundestrainer, ohne ihnen Bedeutung zuzumessen.
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